Mit dem ersten Interesse an Schießsport, Jagd, Selbstverteidigung oder am bewaffneten Sicherheitsdienst ist auch das erste Schießtraining nicht mehr weit. Egal, welche dieser Laufbahnen Sie einschlagen – alles steht und fällt mit Ihrer ersten Erfahrung an der Waffe. Aber wo und wie fängt man am besten an? In diesem Beitrag widmen Sie sich dem möglichst sicheren Einstieg in den Schießsport und den beliebtesten Schießdisziplinen im DACH-Raum.

Heutige Themen:
- Der sicherste Einstieg in den Schießsport
- Statische & dynamische Schießdisziplinen
- Königsdisziplinen des wettkampfmäßigen Schießens
Der sicherste Einstieg in den Schießsport
Nun, ganz unter uns: Sie spielen mit dem Gedanken, eine Schusswaffe zu bedienen. Wie in jeder Sportart gibt es auch im Schießsport ein gewisses Risiko und eine absolute Sicherheit ist grundsätzlich auszuschließen. Daher sei Ihnen von Beginn an geraten, sich nicht mit einem Minimum an Notwendigkeiten zufriedenzugeben. Mit jedem Schießstandbesuch setzen Sie sich der Gefahr aus, entweder selbst verletzt zu werden und andere zu verletzen. Fehler passieren dem versiertesten Schützen, Waffen können Materialschäden aufweisen und zerbersten, Abpraller und Querschläger können auf den Schützen oder seinen Nachbar zufliegen. Und ganz ohne Schuldzuweisungen: Seien Sie sich dessen einfach nur bewusst. Punkt.
Die Ausübung des Schießsports läuft meist auf den Besitz eigener Schusswaffen hinaus, was ein hohes Maß an Verantwortung fordert. Sie müssen jederzeit selbst wissen, was Sie wann und warum aufgrund Ihrer Berechtigungen tun dürfen und was nicht. Wann der Umgang mit der Waffe sachgemäß erfolgt und wann nicht. Das gilt gleichermaßen für die Ausübung bestimmter Schießdisziplinen sowie auch abseits aller Schießstätten. In vielen Gerichtsverfahren wird Ihre Unwissenheit zu Ihrem persönlichen Nachteil ausgelegt: Von Ihnen wird erwartet, dass Sie sich im Rahmen Ihres eigenen Berechtigungsumfangs mit den Bestimmungen des Waffengesetzes auseinandersetzen. (Kleine Anmerkung: Das Waffenrecht ist eine durchaus faszinierende Rechtsmaterie. Tauchen Sie mal ein!)
Ein Schnupperschießen macht den Anfang
Bei Ihrem allerersten Schießstandbesuch erwartet natürlich niemand von Ihnen, dass Sie mit Waffenrecht und Schießdisziplinen bereits vertraut sind. Jeder beginnt irgendwo mit der Wissensaneignung. Dennoch steht es Ihnen selbstverständlich zu, sich vorab zu informieren, sowohl über Rechtliches als auch über Trainingsmöglichkeiten und Tipps. Ich persönlich empfehle allerdings, sich gerade zu Beginn nicht zu sehr auf Online-Informationen zu versteifen, sondern wagen Sie lieber einen Schritt in die Praxis. Das Bild, das Sie beim Lesen im Kopf haben, weicht meist vom definitiven Erlebnis am Schießstand ab.
Viele Schießstandbetreiber und auch selbstständige Schießtrainer bieten Ihnen die Möglichkeit, ein unverbindliches Schnupperschießen zu absolvieren. Dafür brauchen Sie im besten Fall weder eine eigene Waffe, noch eine Waffenbesitzkarte oder sonst irgendeine Vorschulung. Sie dürfen für die Teilnahme lediglich kein Waffenverbot haben.
Schnupper-Schießtrainings erlauben Ihnen nicht nur, unterschiedliche Waffenmodelle und Kaliber auszuprobieren. Sie erfahren auch eine grundlegende Einschulung in die sichere Handhabung. Kenntnis um die weltweit etablierten Sicherheitsregeln im Umgang Schusswaffen sind ebenfalls essenziell. Genau darauf, auf den Sicherheitsregeln und der sicheren Bedienung der Waffe, bauen jedes weitere Schießtraining und jeder künftige Schießstandbesuch auf.
Die Teilnahme an einem Schnupperschießen sollte grundsätzlich an nichts gebunden sein. Der Kurs soll für sich alleine stehen und Sie zu nichts drängen, lediglich einen ersten Eindruck vermitteln. Keinesfalls sollte der gewählte Anbieter das Schnupperschießen gleich an eine Vereinsmitgliedschaft oder an einen nächsten Kurs binden.
Die vielen Varianten des Schnupperschießens
Die fachlichen Inhalte solcher Probetrainings können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Wenn Sie noch nie eine Schusswaffe in der Hand gehalten haben, sollten Sie von dynamischen Schießdisziplinen vorerst Abstand nehmen. Dynamische Schießdisziplinen setzen bereits gefestigte Kompetenzen im sicheren Umgang und aus Sicherheitsgründen auch ein adäquates, konstant gutes Trefferbild voraus. In solche sollten Sie erst hinein schnuppern, wenn Sie Schießerfahrung gesammelt haben und auch Störungen an der Waffe beheben können.
Suchen Sie sich für den sicheren Einstieg in den Schießsport zunächst lieber einen Anbieter, der Ihnen diese anfängliche Lernphase erleichtert. Ausrüstungsgegenstände wie Gehörschutz und Schutzbrille gibt es oftmals zum Ausleihen. Um die Munitionsbeschaffung sollten Sie sich ebenfalls nicht kümmern müssen. Der Inhalt des Kurses sollte sich nur um die Waffenbedienung, Sicherheitsregeln und das richtige Zielen drehen. Und zwar stressfrei. Holsterübungen oder eine schnellere Schussfrequenz sind mit Fortgeschrittenen möglich, im allerersten Schnupperkurs aber nicht zu empfehlen.
Der einfachste und zugleich sicherste Einstieg ist am ehesten gewährleistet, wenn Sie nichts tun müssen, als zum Termin zu kommen und evtl. noch eine Haftungserklärung zu unterzeichnen. Alles übrige Organisatorische und Administrative sollte der Anbieter bzw. Ihr Schießtrainer erledigen. Und wenn Ihnen das Schießen zusagt, üben Sie sich zunächst eine Weile im statischen Präzisionsschießen. Haben Sie die Grundlagen gefestigt, machen Sie sich mit weiteren Schießdisziplinen vertraut.

Statische & dynamische Schießdisziplinen
Statische Schießdisziplinen
Wer ans Schießen denkt, stellt sich meist den klassischen Schießstand vor, wo Schützen nebeneinander in einzelnen Boxen stehen und mit Pistolen auf eine Zielscheibe in bestimmter Entfernung schießen. Hierbei handelt es sich um das statische Präzisionsschießen. Statisch deshalb, weil sowohl Schütze als auch Zielscheibe jeweils eine fixe Position haben. Geschossen wird beim Freizeitschießen auf Distanzen zwischen 7 m und 15 m. Im Sportschießen sind auch 25 m und mehr keine Seltenheit. Am häufigsten wird das Präzisionsschießen im Freizeitbereich mit scharfen Schusswaffen praktiziert. Die Nachwuchsförderung legt ihren Schwerpunkt auf das Luftdruckschießen mit Luftgewehr und Luftpistole oder auf kleinkalibrige scharfe Schusswaffen. Diese Variante des Präzisionsschießens ist auch eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit für das Schießen mit Kindern & Jugendlichen.
Strenggenommen ist auch das Schießen im Biathlon eine Form des statischen Präzisionsschießens. Jedoch müssen die Schützen weit höheren Ansprüchen gerecht werden, da sie den Schießstand mit einem Puls von im Schnitt 160 betreten und die Schnelligkeitbeim Schießen die Wertung beeinflusst. Als Schütze haben Sie 15-30 Sekunden Zeit, um alle 5 Schüsse abzugeben. Überschreiten Sie diese Zeit, gibt es eine Zeitstrafe.
Eine Variante ist das Long Range Shooting: das sportliche Pendant zum militärischen Scharfschützen. Hier arbeiten Sie mit mit Langwaffen, meist Repetierbüchsen, und legen den Fokus auf Ziele in weiterer Entfernung. Abhängig von Waffe und Kaliber können 50 m bereits recht anspruchsvoll sein, beispielsweise beim Long Range Shooting mit Kleinkalibergewehren. Mit größeren Kalibern beginnt der Spaß bei ca. 100 m und kennt üblicherweise nur die baulich bedingten Grenzen der Schießanlage. In Österreich sind bis zu 300 m möglich. In anderen Ländern gibt es mitunter Anlagen, die weitere Distanzen erlauben.
Je nach Distanz gibt das Extreme Long Range Shooting als Steigerung. Dieses unterscheidet sich zum klassischen Long Range Shooting vor allem durch die steigenden Ansprüche. Große Schussdistanzen erfordern hochspezialisierte Ausrüstung, tiefgreifende Kenntnisse rund um die Ballistik und je nach Trainingsgelände auch um die klimatischen Bedingungen.
Ebenfalls zu den statischen Schießdisziplinen zählt das Vorderladerschießen. Vorderlader sind Schusswaffen, bei denen Treibmittel und Geschoss (meist eine Bleikugel) von vorne in den Lauf gestopft werden. Vorderladerwaffen sind die Vorgänger moderner Schusswaffen und werden am ehesten mit dem Wort Sammlerwaffe assoziiert. Anstelle des heute üblichen NC-Pulvers in Patronen wird beim Vorderladerschießen das traditionelle Schwarzpulver verwendet. Dieses ist vergleichsweise sehr rauchstark; daher ist das Vorderladerschießen normalerweise nur auf Outdoor-Schießstätten erlaubt.
Eine eigene Unterkategorie ist das Schießen mit Ordonnanzgewehren. Dabei handelt es sich um eine Disziplin, bei der ausschließlich militärische Ordonnanzwaffen eingesetzt werden, beispielsweise Schwedenmauser. Die Schussdistanz beträgt für gewöhnlich 100 m, Zielfernrohre oder andere optische Visierhilfen dürfen nicht eingesetzt werden.
Auch beim Silhouettenschießen haben die Schützen und das Ziel jeweils einen fixen Standpunkt. Die Zielmedien sind keine Papier- oder Kartonscheiben, sondern Stahlplatten in Tierform. Mit Kleinkaliberwaffen werden Ziele in 25 m, 50 m, 75 m und 100 m Entfernung beschossen, für Großkaliberwaffen verdoppeln sich die Distanzen.

Dynamische Schießdisziplinen
Neben den in erster Linie geistig anspruchsvollen statischen Schießdisziplinen gibt es auch solche, die zusätzlich die körperliche Leistungsfähigkeit herausfordern. Die wohl beliebteste dynamische Schießdisziplin ist das IPSC-Schießen. Hier durchlaufen Sie in einem Team aus mehreren Schützen (Squad) einen Parcours, der aus mehreren einzelnen Stationen (Stages) besteht. Jede dieser Stages verfügt über unterschiedliche statische und auch bewegliche Zielmedien, teils aus Karton, teils aus Stahl. Zu allem Überfluss gibt es in dieser Disziplin auch sog. No Shoots: Ziele, die nicht beschossen werden dürfen. Beschießen Sie sie, bekommen Sie Strafpunkte. Die Präzision alleine ist in dieser Schießdisziplin nicht ausschlaggebend, sondern vor allem die Zeit, die sich durch taktisches Geschick in der Streckenplanung massiv verkürzen lässt.
Das Cowboy Action Shooting (CAS, Westernschießen) ist im Aufbau ans IPSC angelehnt. Auch hier sind einzelne Stages zu absolvieren und je schneller Sie sind, desto besser ist Ihre Wertung. Was das Westernschießen so spaßig macht, ist das Rollenspiel: Es ist ein eigener Lebensstil. Alle Schützen und Schützinnen schlüpfen in eine bestimmte Rolle, haben einen eigenen Alias und kleiden sich entsprechend. Zugelassen sind ausschließlich Schusswaffenmodelle aus der US-amerikanischen Pionierzeit, das Handy bleibt zu Hause und nach dem Schießen kann Hufeisenwerfen ein beliebter Zeitvertreib sein.
Ein Ausläufer des klassischen Westernschießens ist das Wild Bunch Shooting. Es basiert auf dem gleichnamigen Film The Wild Bunch und erlaubt traditionell nur Pistolen vom Typ 1911 oder 1911A1 sowie deren Nachbauten mit starrer Visierung.
Das Verteidigungsschießen hat zwar nichts mit einem fairen Sport zu tun, dennoch will es als eigene dynamische Schießdisziplin erwähnt sein. Beim Verteidigungsschießen werden mitunter ebenfalls Parcours durchlaufen, allerdings müssen hier keine Sportordnungen und Regeln als solche befolgt werden. Die einzige Regel, die gilt, ist das Notwehrrecht. Sie stehen unter Stress und vor der Herausforderung, im eigenen Ermessen zu entscheiden, wann Sie auf welche Scheibe, meist eine Mannscheibe, schießen dürfen. Das defensive Verteidigungsschießen ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem offensiven Combatschießen.

Mischformen aus statischem & dynamischem Schießen
Einzelne Schießdisziplinen erfuhren im Laufe ihrer Jahre immer wieder Adaptierungen und Ergänzungen. So kommt es, dass auch zum statischen Präzisionsschießen mit der Langwaffe eine dynamische Form entstand. Als Schütze wechseln Sie beim dynamischen Long Range Shooting immer wieder Ihre Position und legen mehrere Kilometer Fußmarsch mit Sack und Pack zurück. Ohne körperliche Fitness kommen Sie hier an Ihre Grenzen. Geistig aber ebenfalls, denn das Schießen vom Berg ins Tal und umgekehrt erfordert zusätzliche Ballistikkenntnisse.
Als olympische Schießdisziplinen sind vor allem Trap und Skeet bekannt, beides Disziplinen des Wurfscheibenschießens mit der Flinte. Beim Trap Shooting kommen die Wurfscheiben aus einer Art Bunker, der sich unmittelbar vor dem Schützen im Boden befindet. Die Wurfscheiben (ehem. Tontauben) fliegen von diesem Punkt aus in unterschiedliche Richtungen. Anders beim Skeetschießen: Hier befinden sich 2 Wurfscheibenanlagen in jeweils einem Häuschen (Hoch- & Niederhaus). Die Wurfscheiben werden seitlich am Schützen vorbei geworfen.
Der Jagdparcours und seine kompaktere Form, das Compak Sporting, setzen dem Flintenschießen die Krone auf. Hier wissen Sie als Schütze vorab nicht, von wo die Scheibe kommt und wohin sie fliegt. Sinn der Sache ist, eine jagdliche Szenerie möglichst authentisch nachzustellen. Weder Sie noch die Wurfscheibenanlage stehen an fixen Punkten.
Eine beliebte Option in städtischen oder stark belebten Gebieten ist das Schießkino. Schießkinos kombinieren eine Vielzahl an möglichen Schießdisziplinen. Sie können mit unterschiedlichen Szenarien bespielt werden und simulieren und projizieren diese auf eine Leinwand. Dadurch eignen sich Schießkinos sowohl für Sportschützen als auch für Jäger und Sicherheitspersonal.
Königsdisziplinen des wettkampfmäßigen Schießens
Wo gesportelt wird, wird auch gegeneinander angetreten. Diverse Sportschützenvereine und Verbände veranstalten mit schöner Regelmäßigkeit Wettkämpfe. Zu einigen können Sie sich nach Belieben anmelden; für andere müssen Sie sich qualifizieren. Für Freizeitschützen möchte ich hier den Shootingpark Leobersdorf hervorheben. Jeweils am ersten Wochenende des Monats finden hier 2-tägige Wettkämpfe mit einer Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen statt. Für meine Schützlinge, meine Freunde und mich sind diese Wochenenden Tradition.
Falls Sie einmal Wettkampfluft schnuppern möchten, begleite ich Sie gerne in Ihre ersten Bewerbe hinein. Mit einer adäquaten Schießtechnik stehen Sie am Podest und mit etwas Glück gewinnen Sie einen der Verlosungspreise. Die Sachwerte betragen meist mind. EUR 2.000,00 und oft deutlich mehr. Anmelden können Sie sich vor Ort, qualifizieren müssen Sie sich nicht. Auch die Schießdisziplinen, in welchen Sie antreten, wählen Sie selbst.
Die nachfolgend angeführten Wettkämpfe sind allerdings nichts für schwache Nerven oder den gemütlichen Einstieg ins Wettkampfschießen. Sie stellen weltweit etablierte Königsdisziplinen dar, erfordern konsequentes Training und eine strategische Wettkampfplanung, an der sich der gesamte Alltag orientiert. Schützen und Schützinnen reisen aus aller Welt an, um bei diesen Events dabei zu sein. Und wer weiß – vielleicht darf auch ich Sie auf Ihrem Weg zu einem dieser Ereignisse als Schießtrainerin begleiten.
King of 2 Miles
Der King of 2 Miles ist ein überaus prestigeträchtiger, 3-tägiger Long Range Wettkampf (Extreme Long Range Shooting). Mit hochspezialisierten Gewehren müssen die Kandidaten ein Ziel in bis zu 2 Meilen Entfernung (ca. 2.300 m) treffen und sind dabei den widrigsten Wind- und Wetterbedingungen ausgesetzt. Dieses globale Event stammt ursprünglich aus den USA, hat aber auch bereits in Frankreich und Südafrika stattgefunden. Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen erhöhen den Anspruch, der an die Ausrüstung und die ballistischen Kenntnisse der Schützen und Spotter gestellt wird.
Teilnehmen dürfen Sie an diesem finalen Wettkampf nur, wenn Sie sich dafür qualifizieren. Hierfür müssen Sie sich am 1. Tag für die Teilnahme am King of 1 Mile und am 2. Tag für den King of 2 Miles qualifizieren, indem Sie einige Ziele auf unterschiedliche Entfernungen treffen. Verfehlen Sie ein Ziel, werden Sie ausgeschlossen. Am 3. Tag treten die 10-15 besten Schützen aus den beiden Vortagen gegeneinander an.
Days of Truth
Die Days of Truth sind die Europameisterschaft des Cowboy Action Shootings. Die Veranstaltung mit dem historischen Flair findet jährlich und immer anderswo statt. Sie folgt den sportlichen Regeln des CAS, einschließlich der thematisch-stilistischen Ausrichtung und der Reglements.
Obwohl bei den Days of Truth Wettkampfstimmung herrscht, leben CAS-Schützen generell nach einem Kodex, der sich The Spirit of the Game nennt. Er geht über die sportlichen Regeln hinaus und ist geprägt von Fairness, Respekt, Engagement, Hilfsbereitschaft und der Förderung der Western-Atmosphäre.
Lynx Brutality & Finnish Brutality
Alle Jahre wieder findet in Slowenien die Lynx Brutality statt. Sie gleicht mehr einem militärischen Boot Camp als einem schießsportlichen Wettkampf und fordert Geist, Fitness und die Schießfertigkeiten. Die Lynx Brutality ist eine als Parcours aufgebaute 2-Gun-Competition. Doch der Parcours, den Sie hier absolvieren müssen, beinhaltet weit mehr als nur Zielmedien, die es zu beschießen gilt. So müssen Sie beispielsweise Kettlebells werfen, Traktorenreifen heben und sich an einem Sie körperlich angreifenden Gegner vorbeikämpfen.
Teilnehmen darf hier jeder, der sich anmeldet. Es gibt keine Vorauswahl und keine Qualifizierungsvorgaben, einzig ein gültiges waffenrechtliches Dokument ist Voraussetzung. Die Veranstalter, Polenar Tactical, fanden ihre Inspiration für dieses Event bei der Finnish Brutality. Sie gilt als brutalste Schießcompetition der Welt.
Die Olympischen Spiele
Im Vergleich zu den Brutality Matches, den Days of Truth und dem King of 2 Miles wirkt die Erwähnung der Olympischen Spiele beinahe das Thema verfehlend. Doch die Qualifikationsrunden haben es in sich und beginnen schon lange vor den Olympischen Spielen.
Nämlich mit nationalen Meisterschaften, an denen Sie teilnehmen müssen. Erfüllen Sie hier bestimmte Leistungskriterien, qualifizieren Sie sich zunächst für internationale Wettkämpfe. Durch Ihre dann international abgelieferte sportliche Leistung sichern Sie Ihrem Heimatland Quoten bzw. Kontingente und mit diesen eine bestimmte Anzahl an Plätzen bei den Olympischen Spielen.
Dort treten Sie im Einzelkampf gegen andere Schützen und Schützinnen an und müssen sich in jeder Runde neu behaupten, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Haben Sie es bis hierhin geschafft und zählen zu den besten 8 Schützen, kommen Sie ins Finale.
Im Finale geben Sie und alle anderen Wettbewerber jeweils 20 einzelne Schüsse ab, die mit Ihren jeweils erzielten Punkten aus dem Vorlauf addiert werden. Nach jedem Schuss wird Ihre Punktzahl aktualisiert – der Wettbewerber mit der niedrigsten Punktzahl in der Runde scheidet aus. Die letzten 3 Schützen bzw. Schützinnen kämpfen weiter um die Medaillen: Gold, Silber und Bronze.
FAQ zu den Schießdisziplinen
Statische Schießdisziplinen beanspruchen in erster Linie den Geist, das Bewusstsein sowie die innere Impulskontrolle. Gefördert und dem Erfolg zweckdienlich sind die eigene Körperbeherrschung und eine adäquate Schießtechnik, die sich aus Atemtechnik, Körperhaltung, Muskelspannung, der richtigen Verwendung der Visierhilfe und vielen weiteren Faktoren zusammensetzt.
Dynamische Schießdisziplinen setzen die Beherrschung des statischen Präzisionsschießens zum Teil voraus. Oft wird beim dynamischen Schießen weniger auf die Präzision und die Schießtechnik geachtet, dafür aber umso mehr auf die taktisch kluge Kombination aus Präzision und Schnelligkeit. Eine gute Arm-Bein-Waffen-Koordination ist gefragt, denn Sicherheitsregeln gelten auch im Parcours.
Aufgrund der erhöhten Risiken setzen viele Schießanlagenbetreiber eine eigene Schulung für die Verwendung von dynamischen Schießhallen voraus. Möchten Sie in den Profisport einsteigen, gibt es insbesondere beim IPSC eine eigene Sicherheitszulassung, manch andere Disziplinen (vor allem in Deutschland) veranstalten hingegen eigene SURTs (Sicherheits- und Regeltests). Um diese zu bestehen, dürfen keine Zweifel an einer sicheren Handhabung Ihrer Schusswaffe bestehen. Dies umfasst beispielsweise auch die selbstständige Behebung von Störungen an Waffe und Munition.






